Was ist eine COOL- Schule?
In Zeiten, in denen der Wunsch nach neuen Schulsystemen wie der Gesamtschule immer größer wird, machen sich natürlich auch die Schulen intern Gedanken darüber, wie man den Unterricht interessanter und vor allem individueller gestalten kann.
Vor allem veraltete Lehrmethoden, bei denen dem Schüler die Informationen durch Frontalunterricht vermittelt werden, sollen durch neu konzipierte Methoden ersetzt werden. Besonderes Augenmerk wird auf das selbständige Erarbeiten von Lernstoff und das koordinierte „Miteinander“ von Schülern und Lehrern, die sich in diesem Modell als Coaches bzw. Betreuer sehen, gelegt.
Impulsschule
Im Pinzgau hat sich die HBLA Saalfelden mit dem Projekt COOL – Cooperatives Offenes Lernen – als erste Schule dazu bereit erklärt, ihren Schülern diese Möglichkeiten zu bieten.
Durch die Erfüllung strenger Qualitätskriterien wurde die HBLA als erste Schule im Pinzgau zertifiziert und gilt damit als Impulsschule für diese Region.
Das vor drei Jahren ins Leben gerufene Projekt stößt bei den Schülern und Lehrern überwiegend auf positive Rückmeldungen. Die Schüler erhalten zu den Unterrichtsthemen von den Lehrern extra angefertigte Arbeitsaufträge, die entweder alleine, zu zweit oder auch in kleinen Gruppen ausgearbeitet werden.
Am Ende der "COOL-en" Stunden werden die Ergebnisse gemeinsam mit den ausgebildeten Lehrpersonen kontrolliert. Den Schülern steht es frei, wie sie ihre Zeit einteilen, solange die geforderten Ziele erreicht werden. Zusätzlich finden regelmäßige Klassenräte statt, bei denen sowohl Schüler als auch Lehrer ihre Wünsche und Verbesserungsvorschläge äußern können.
COOL – Cooperatives Offenes Lernen
- Selbstständiges Erarbeiten des Lernstoffes
- Erreichen der Ziele als Gruppe
- Speziell angefertigte Arbeitsaufträge
- Lehrer stehen die ganze Zeit für Fragen zur Verfügung
- Fächerübergreifendes Arbeiten
- 8 ausgebildete Lehrer an der HBLA Saalfelden
- Regelmäßiges Zusammentreffen der Schüler und Lehrer im Klassenrat
Erste COOL- Impulsschule im Pinzgau
Kooperatives offenes Lernen gilt als eines der am besten erprobten Schulsysteme im Bezug auf die individualisierte, auf jeden Schüler speziell eingehende Unterrichtsform. Insgesamt gibt es in ganz Österreich mittlerweile 24 Impulsschulen, die HBLA Saalfelden ist die erste im Pinzgau.
Vor kurzem überreichte nun Helga Wittwer, Vertreterin der Imupulszentren für COOL-Schulen in Westösterreich im Namen des Unterrichtsministeriums der HBLA Saalfelden im Beisein von Direktorin Ingrid Mittendorfer und den an diesem Projekt mitarbeitenden Lehrerinnen und Lehrern das lang ersehnte offizielle Dekret.
Hervorgehoben wurde beim offiziellen Festakt vor allem, dass die HBLA Saalfelden einen besonders guten Boden für COOL-es Lernen darstellt, da sich sowohl die strukturellen Entwicklungen als auch die räumlichen Bedingungen hervorragend eignen. An dieser Schule tritt das Lernen in den Vordergrund und das Lehren in den Hintergrund. Direktorin Ingrid Mittendorfer betonte besonders das erfolgreiche Miteinander des Lehrerkollegiums und der Schüler und war sichtlich stolz auf ihr Schulteam.
Die HBLA Saalfelden darf sich nun offiziell für drei Jahre, bis zur nächsten Evaluierung, als COOL Impulsschule bezeichnen, und dies wird mit Sicherheit eine interessante Herausforderung für Schüler und Lehrer.
Interview mit Herrn Professor Mag. Anton Klug
Interview mit Schülerinnen der 2. FSa
Interview
Mag. Anton Klug: (Religionslehrer an der HBLA Saalfelden)
Sie sind einer der acht mitwirkenden Lehrer an der HBLA Saalfelden, die COOL im Unterricht anwenden. Was hat Sie dazu bewegt, ein COOLer Lehrer zu sein?
Kollege Manfred Bernsteiner – heute Schuldirektor in Bramberg – gilt als einer der ersten, der seinen Biologieunterricht an der HBLA Saalfelden mit eigenverantwortlichem Arbeiten für Schüler interessanter machte. Sieben weitere Lehrer, darunter ich, waren von der Idee begeistert und erklärten sich dazu bereit, eine Fortbildung zum Thema „Eigenverantwortliches Arbeiten“ in Salzburg zu besuchen.
Welche Vorteile sehen Sie persönlich an dieser neuen Unterrichtsform?
Ich bin der Meinung, dass man den Maßstab nicht für alle Schüler gleich hoch setzen, sondern speziell auf schwächere Schüler besonders eingehen sollte.Jeder Schüler kann sich beim Erarbeiten die für ihn wichtigsten Bereiche heraussuchen. Lehrer und Schüler bilden ein Team, wobei besonders auf gegenseitige Hilfe zwischen den Schülern Wert gelegt wird. Auch der regelmäßige Klassenrat und die gute Zusammenarbeit der Lehrer sind eine Bereicherung für das soziale Lernen.
Was erhoffen Sie sich durch dieses Projekt?
Ich erhoffe mir, dass die Schüler vor allem für das spätere Berufsleben sowohl Teamfähigkeit als auch Eigenständigkeit mitnehmen. Feststellbar sind deutlich bessere Leistungen und Noten sowie ein angenehmes Arbeits- und Klassenklima. In den COOL-Klassen steht das Miteinander über dem Gegeneinander, Schüler und Lehrer gehen besonders gerne in den Unterricht.
Interview
(Jaqueline Caloja, Sylvia Obermoser, Claudia Erkenger , 2.FSa, von li nach re.)
Bei euch in der Klasse wird das Projekt COOL mittlerweile seit 2 Jahren durchgeführt. Was haltet Ihr persönlich von dieser neuen Unterrichtsmethode?
Das Projekt kommt in unserer Klasse sehr gut an. Jeder freut sich auf die COOL-Stunden, wodurch vor allem die Klassengemeinschaft gestärkt wird und man auch andere Mitschüler besser kennen lernt.
Denkt Ihr, dass ihr durch das eigenständige Erarbeiten den Lernstoff besser versteht bzw. euch dadurch übermäßig langes Lernen erspart?
Dadurch, dass der Lernstoff selbstständig erarbeitet wird und Unklarheiten durch Mitschüler beseitigt werden, erspart man sich viel lernen zu Hause, weil man schon vom Unterricht sehr viel mitnimmt.
Würdet Ihr es gut finden, wenn die ganze Schule an COOL teilnimmt und der gewöhnliche Unterricht ersetzt wird?
COOL erweist sich zwar als nützlich und erfolgreich, aber auch als anstrengend. Die vier Fächer (Rechnungswesen, Englisch, Betriebs- und Volkswirtschaft und Religion), in denen COOL angewendet wird, sollten weiterhin auf diese Art unterrichtet werden.






